בצורת

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Bazoret – Dürre

Nachdem ich heute morgen, gegen 7 Uhr erstmal im Supermarkt mein Frühstück bestehend aus einer Packung Salat, sehr leckeren Hüttenkäse mit Oliven, einem dunklen Brötchen und einer kleinen Packung Buttermilch – es sollte eigentlich normale Milch sein, einkaufen war und mit meinem Nachbarn Sergej gefrühstückt hatten, gingen wir runter zum See.
The docks
Deutlich zu sehen war da, dass der Kinneret in den letzten Jahren erheblich an Wasser verloren hatte. Der Hafen war praktisch nur noch eine kleine Pfütze und an den Landestegen sah man, dass der See einst 3 bis 4 Meter höher bzw. tiefer (?) war.

Zum Einen wird das daran liegen, das Israel den größten Teil seines Trinkwasser aus dem Kinneret bezieht, als auch an den abnehmenden Zufluss des Jordans, der aus den Golanhöhen kommt, zwar in den See fließt, aber auch wieder hinaus fließt und schließlich ins Tote Meer mündet.

Und Regentage sind hier auch seltener geworden, sagt man.

Die meisten Geschäfte hatten, weil es Freitag ist, gar nicht erst geöffnet oder schlossen bereits um 11 Uhr wieder. Nur einzelne Restaurants luden dann nochmal um 18 Uhr zum Shabbat Dinner ein, aber wir nahmen uns vor, den Abend im Hostel zu verbringen.

Sergej, ein aus Deutschland stammender Jude, war bereits vor 20 Jahren ins Land gekommen, hatte ein paar Jahre wieder in Deutschland gelebt und versucht sich jetzt wieder in Israel einzubürgern. Natürlich bekam er dann nicht wieder den Status und somit die Vorteile eines Olim – Neueinwanderer, sondern musste nur seinen Israelischen Pass neu ausstellen lassen.

Es ist im Übrigen für mich das erste Mal, dass ich den Shabbat außerhalb eines Kibbutz verbringe und ich merke deutliche Unterschiede: Bereits gegen Mittag bricht eine Art Unruhe aus. Jegliche Arbeiten werden langsam eingestellt, die Leute fahren zu ihren Familien, vor den Banken und an den Supermarktkassen bilden sich lange Schlangen, die Orthodoxen sind präsenter auf den Straßen und die Bäcker versuchen durch lautes Geschrei ihre letzten Challot loszuwerden.

Im Kibbutz hingegen würde man jetzt noch bis circa. 15 Uhr arbeiten, dann würden sich die Leute in ihre Häuser zurück ziehen, sich chique machen und gegen 18 Uhr entweder sich zum Kabbalat Shabbat G’ttesdienst treffen oder dann um 19 Uhr gemeinsam im Speisesaal das beste Abendbrot der Woche einnehmen um anschließend sich noch auf Kaffee und Kuchen zu treffen.

Und danach wären 24h Ruhe. Kein Lärm, keine Hektik, einfach nur ausruhen, Kräfte sammeln und auf die nächste Woche warten.

Wie das nun in der Stadt anders ist, das werd ich sehen. Nur werde ich morgen mit dem Fahrrad mal versuchen um den Kinneret zu fahren. Oder zumindestens so weit ich mag, fahren.

Shabbat Shalom!