מטייל

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Metajell – Spaziergang

Gestern verließ ich schweren Herzens den Kibbutz. Doch zuvor gabs es noch am Donnerstag eine kleine Abschieds- und am Freitag die große Purimparty.

Zur Abschiedsfeier gabs natürlich reichlich zu Essen. Fleisch, Salate, Soßen, Bier und auch jede Menge Kuchen. Alles in allem aber hielt ich die Veranstaltung ruhig, da uns noch Purim bevor stand.

Purim, ein nichtbiblisches Fest, ist eine sehr feuchtfröhliche Veranstaltung, die die Erettung der Juden vor der drohenden Vernichtung durch Haman feiert.

Traditionell findet Purim am 14. Adar, also genau heute statt, aber da man im Kibbutz lieber am Sonntag arbeitet, feiert man am Freitag.

Da es üblich ist, sich an diesem Tag zu verkleiden, mussten also Kostüme her. Steffa und ich hatten zum Glück gleich auf Anhieb Etwas gefunden und so gingen wir als „Inmate“ – also Gefängnisinsassen zu der Party. Andere verkleideten sich als Hexe, Zauberer, Kampfroboter oder Zombie. Das Thema der diesjährigen Party war „Horror“.

Doch kaum waren wir im Auditorium, wo die Feierlichkeiten stattfinden sollten, merkten wir schnell dass sich nur ungefähr 10% an das Motto gehalten hatten und manche doch recht einfallslos bei der Wahl ihrer Kostüme waren.

Ein Hit waren jedoch Jurian und Emanuell, die sich aus dem Kostümverleih zwei Brautkleider ausgeliehen hatte und somit für einiges Gejohle sorgten..

Da es ein Mitzwot (Gebot) ist, sich an Purim zu betrinken, bis man Freund von Feind nicht mehr unterscheiden kann, gabs an diesem Abend auch kostenlos Alkohol.

Nein, stimmt nicht. Es gab bereits zum Mittagessen Bier.

Doch leider, oder sagen wir mal zu meinem Vorteil, war die Bar nicht sonderlich gut eingespielt und kannte nicht mal einen Tequila Sunrise, obwohl Grenadine, Tequila, Limettensirup und frischer Orangensaft vorhanden waren.

Nach ein paar Bier und erfolglosen Anläufen einen Cocktail statt eines Shots zu bekommen, fragte ich, ob man mir nicht einfach die Zutaten geben und ich mir das selber mixe.

Ich wurde jedoch hinter die Bar gebeten und kaum hatten andere Voluntäre das gesehen, kamen sie an und orderten Cocktails.

So gabs ein paar Runden Screwdriver, Tequila Sunrise und Rum Cola. Mehr gab die Bar leider nicht her.

Die Musik war Querbeet 70, 80 und 90er, doch erstaunlicher war, dass wirklich Menschen jeden Alters dort tanzten, selbst eine Lady, die wohl in den 20ern geboren sein muss.

Irgendwann, es wurde dann nach 1h hell, war ich wieder in meinem wärmenden Bett, wohlwissen, dass dies nun der letzte Tag im Kibbutz sei.

Beim Lunch sah ich dann die ersten Voluntäre wieder, von denen ich mich dann in wenigen Stunden wieder verabschieden würde.

Zum Glück gabs richtig gutes Essen und mein Magen war äußerst dankbar, wieder feste Nahrung zu bekommen.

Nach dem ich meine Koffer gepackt und noch 1h geschlafen hatte, wurde ich noch auf einen letzten Spaziergang rund um den Kibbutz eingeladen.

Wir liefen nochmals zu den Ställen, erst die Kühe, dann Kälber, Schafe und Hühner. Vorbei an den Orangenfeldern, Dattelpalmhainen und schließlich zurück ins Volunteers Camp.

Ich nahm meinen großen Rucksack, mein Begleiter den Kleinen. Die anderen Voluntäre schliefen, oder waren wohl unterwegs und so verabschiedete ich mich nur von Wenigen persönlich.

Doch ich hinterließ ein kleines Goodbye in Form eines noch schnell zusammengeschnippelten Salates. Inzwischen hatte ich mir einen Ruf als „the salad man“ gemacht, weil ich fast jeden Tag für Alle viele verschiedene Salate fürs Abendessen zubereitet hatte.

Wir liefen gemeinsam nochmal zu unserer Betreuerin Brenda, dann zur Küche, wo ich mein Gepäck wiegen wollte. Genau die erlaubten 20 Kg sollte mein Rucksack wiegen. Hatte ich soviel dazugepackt? Hergekommen war ich mit 8.

Und der kleine Rucksack wog auch schon 7,5. Die Waage musste einen Fehler haben.

Doch es war egal. Wir gingen langsam zum Tor, was sich netterweise genau vor unseren Augen schloss, aber es gab ja einen Weg vorbei.

Auf halben Weg zur Bushaltestelle hielt ein Van neben uns. Wir hielten uns nicht lange auf, umarmten uns, ich stieg in den Wagen und fuhr ohne einen Blick zurück nach Afula.

Als ich in den Bus nach Jerusalem einstieg, kam gerade „One Day“ von Matisyahu in der Version mit Infected Mushroom^ – eine nette Geste^.