יגון

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Jagon – Trauer

Trauern kann man um viele Dinge: den verlorenen Gegenstand, die Trennung vom Partner, einen bestimmten Tag den man gerne wieder hat, eine bestimmte Situation. Vorallem verbindet man mit Trauer immer Trennung, Abschied und den Tod.

Morgen begeht das gesamte jüdische Volk, sei es sakulär oder religiös, einen Trauertag, der gleich für fünf Unglücke steht.

Am Tag des 9. Aw wurde dem Volk Israel verkündigt, dass es noch 40 Jahre durch die Wüste wandern wird. Am selben Tag, viele Jahre später im Jahr  3174 unserer Zeitrechnung (586 v. Chr.) wurde Salomons, also der Erste Tempel, zerstört.

Genau am gleichen Tag, aber mehr als 500 Jahre später, fiel der Zweite Tempel den Römern zum Opfer und die bis heute andauernde Diaspora begang.

In der  römischen Kaiserzeit, zwischen 132 und 135 n. Chr., misslang der Aufstand von Simon Bar Kochba und endete in einer Niedermetzelung  vieler übrig gebliebener jüdischer Siedlungen im Römischen Reich.

Auch sagt man, an diesem Tag sei Jerusalem endgültig niedergegangen.

Und es gibt noch viele andere denkwürdig, für das jüdische Volk sehr negative Ereignisse, die diesem Tag zugeschrieben werden.

Man mag sicher geteilter Meinung sein, wenn historisch bedeutsame Tage auf immer das gleiche Datum fallen, aber manche Fakten lassen sich nur schwer leugnen. Der erste Weltkrieg begang beispielsweise auch am 9. Aw.

Ob nun g’ttliche Fügung oder mathematisch plausible Koinsistenz oder sowas wie Zufall, der 9. Aw ist ein Trauertag inmitten eines sonst von vielen frohen Festen geprägten Jahres.

Traditionell wird Trauer mit Fasten verbunden, sei es bei der Shiva, dem Trauern um die Toten oder am Yom Kippur, dem Tag der Versöhung in dem man eigentlich mehr die unausgeübten Wohltaten gegenüber seinen Mitmenschen bedauert.

Ich werde also jetzt noch ein hartgekochtes Ei essen und dann bis morgen die Sterne am Himmel zu sehen sind, nichts essen, nichts trinken, weder baden noch Haare kämen. Arbeiten gehen werd und darf ich jedoch.