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תפוח אדמה

Tapuach adama – Erdapfel, Kartoffel

Gestern wurden bereits vier der acht Kerzen der Chanukkia entzündet, also ist bereits die Hälfte der Festtage erreicht.

Da man traditionell in Öl ausgebackenes isst, hier mein persönliche Rezept für Latkes – Reibekuchen auf der Basis von Kartoffeln:

Zutaten

  • 1 Kilo Kartoffeln, eher mehligkochend
  • 3 Eier
  • 500g Karotten, optional
  • 1 Esslöffel Weizenmehl
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Öl (geschmacksneutral)

Zubereitung

Zuerst die Kartoffeln und Möhren reiben und den Saft auspressen, so dass das Gemisch schön trocken ist, wenn es in die Pfanne kommt.

Dann die restlichen Zutaten hinzugeben und gut vermengen.

Jetzt reichlich Öl in der Pfanne erhitzen,
kleine flache Küchlein formen und ausbacken bis sie schön golden und knusprig sind.

Dazu reicht man wahlweise Apfelmus, herzhaften Quark oder ist sie pur mit Zucker.

Variationen

Man kann auch eine gehackte Zwiebel oder Kräuter hinzugeben, um die Latkes noch herzhafter zu machen. Auch eine Variante ganz ohne Kartoffeln ist möglich, in dem man sie zum Beispiel durch Zucchini ersetzt.

עוף

Of – Huhn

Heute mal was mit Fleisch. Zumindestens Geflügel.

Chicken Wings gibts ja in vielen Variationen, ob nun von KFC (übrigens nicht kosher), aus dem Supermarkt oder selbstgemacht – es handelt sich hierbei oft um Essen für Party, insbesondere solche, in denen Kinder involviert sind.

Folgendes Rezept für 20 Stück ist mal aus einer Laune heraus entstanden und wurde ein wenig optimiert im Laufe der Zeit.

Zutaten

Für die Glasur

* 3 EL Erdnussbutter (fein)

* 3 EL Erdbeer-Marmelade

* 2 EL Sojasauce

* 2 EL Fischsauce

* 1-2 EL Chilipaste (je nach gewünschter Schärfe)

* 1 TL grobes Salz

* 5 EL Öl, z.B. Oliven oder Sesamöl

* 5 EL Essig, zb. Balsamico, Reisweinessig oÄ

Für die Panade

* Kartoffelbrei-Pulver, hierbei darauf achten, dass es ohne Milch o. Butter ist

* Pfeffer, Salz, Paprika, andere Gewürze

Zubereitung

Zuerst den Backofen auf 220°C vorheizen, dann die Chicken Wings mit einem Küchtentuch abtupfen, so dass sie richtig trocken sind. und mit ein wenig Salz, Pfeffer, Paprika oder anderen Gewürzen bestreuen.

Anschließend in der Kartoffelbrei-Panade wälzen bis sie rundherum davon bedeckt sind und für 50 Minuten in den mittlere Schiene des Backofens auf Backpapier geben. Nach 25 wenden, falls sie an der Oberseite schon knusprig sind.

Danach die Zutaten für die Glasur vermengen

Sobald die Hühnerbeine goldbraun und knusprig sind, diese aus dem Ofen heraus nehmen und mit der Glasuer bestreichen, anschließend nochmals für 10 Minuten bei gleicher Hitze fertig backen.

P.S.: Man kann im Übrigen auch andere Geflügelteile oder gleich das ganze Huhn so zubereiten, aber dann sollte man die Mengen und die Garzeit anpassen.

עדשה

Adascha – Linse

Pessach ist vorbei und da es noch nicht warm genug ist, wird es Zeit für eine schöne Linsensuppe.

Schon Edom (Esau) aus der Tora wusste um den Nährwert fachgerecht zubereiteter Linsen und verkaufte so sein Erstgeborenenrecht auf Haus und Hof des Vaters an seinen jüngeren Bruder Jakob.

Linsen selbst waren schon immer eine wichtige Proteinquelle für Leute, die freiwillig oder unfreiwillig auf tierische Nahrung verzichten, liefern zusätzlich viel Zink, andere wichtige Spurenelemente und Vitamine.

Nun aber zum Rezept.

Zutaten

* 5 EL Olivenöl

* 500g rote Linsen (es geht aber auch jede andere Linsensorte)

* 125 g feine Perlgraupen (Gerste)

* 1 Staudensellerie

* 2 große Zwiebeln

* 5 Zehen Knoblauch

* 150g Möhren

* 1 Esslöffel frisch gemahlener Kreuzkümmel

* 5 Stängel Korianderkraut, notfalls auch 1 EL gemahlener Koriander

* 2l Gemüse- oder Hühnerbrühe

Zubereitung

Zuerst die Zwiebeln und den Knoblauch kleinschneiden und mit Olivenöl anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Dann die in Würfel geschnittenen Möhren dazugeben und den Staudensellerie kleinschneiden.

Wenn die Möhren ein wenig Farbe bekommen haben, den Sellerie dazu und nach fünf Minuten die Linsen mit den Perlgraupen zusammen hinein, für zwei Minuten anrösten lassen und dann mit der Brühe übergießen, bis Alles ausreichend bedeckt ist.

Anschließend vom Korianderkraut die Stängel ohne die Blätter kleinhacken und in die Suppe geben.

Jetzt auf eine niedrige Stufe stellen und solange kochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich persönlich mag es schon ein wenig breiartig, aber es darf auch ruhig mehr Flüssigkeit dazugeben werden.

Ganz zum Schluss gibt man die gehackten Korianderblätter in die Suppe und serviert diese.

Ergänzungen

Man kann die Suppe natürlich noch erweitern, Gewürze hinzufügen wie Pfeffer, Salz, Chili, Essig, Kokosmilch usw.

Auch Fleisch, insbesondere Lamm, passt wunderbar. Ich mags jedoch manchmal sehr „basic“.

טונה

Tuna – Thunfisch

Kleines Vorwort

Ich werde künftig Rezepte hier posten von Essen, was ich hin und wieder, oder auch Öfter, koche bzw. zubereite. Dabei werde ich anfangs noch darauf eingehen, was koscher bedeutet, warum es gar nicht so schwer ist halbwegs koscher zu kochen und was die einzelnen Begriffe bedeuten.

Dafür möchte ich auch mit etwas Einfachem, aber sehr Nahrhaftem und nicht allzu Exotischem anfangen: einem Thunfisch-Sandwich.

Thunfisch-Sandwich (parwe)

Zutaten

Thunfisch-Sandwich auf Feldsalat-Bett mit Kirschtomaten und Steirischem Kürbiskernöl

Thunfisch-Sandwich auf Feldsalat-Bett mit Kirschtomaten und Steirischem Kürbiskernöl

  • 2 gekochte Eier
  • 1 Dose Thunfisch, in Öl oder im eigenen Saft
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 kleine Karotte
  • 4 El Salatmayonaise
  • 6-8 Scheiben Toastbrot
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Zitronensaft

 

 

Wie eingangs schon erwähnt, möchte ich ein paar Begrifflichkeiten im Laufe der Blogbeiträge klären. Wie im Titel zu lesen, steht hinter Thunfisch-Sandwich das Wort „parwe“.

Parwe bedeutet soviel wie neutral und bezeichnet in der jüdischen Küche alle Lebensmittel, die weder als Fleisch noch als Milch gelten. Das sind also auch Fische, sofern sie Schuppen und Flossen haben, wie eben unser Thunfisch, als auch Eier. Folglich kann man diese Lebensmittel wahlweise mit Fleischigem oder Milchprodukten verzehren.

Beim Thunfisch sollte man darauf achten, dass er von der Orthodox Union oder einem anderem Institut als kosher deklariert ist. Ein erster Anlaufpunkt dafür, falls es nicht auf der Dose steht, ist die Kosherlist. Ich hatte Masel, den der Thun wurde von einem sehr bekannten Unternehmen gefangen und ist als kosher deklariert.

Hat man den Thun dann aus der Dose, kommen kleingewürfelte Zwiebel und Eier, sowie kleingeriebene Möhren hinzu. Dem Ganzen gibt man noch einen Schuss Zitronensaft, die Mayonaise und etwas Pfeffer und Salz. Dann das Ganze mit einer Gabel verrühren und anschließend auf den Toastscheiben verteilen. Wers mag, kann den Toast auch vorher rösten.

Etwas Petersilie, Basilikum oder andere frische Kräuter würden das Ganze dann abrunden, aber die muss man eben auch frisch zur Verfügung haben.

Guten Appetit!