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טבת

Tevet – Tevet, der 10. Monat des jüdischen Kalenders

Heute war wieder einer der kleineren Fastentage, nämlich עשרה בטבת Assara beTevet – „Der 10. des Tevet“, an dem wir anlässlich der Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezzar, die in Folge zur Zerstörung des 1. Tempels führte, Fasten.

Zu dem ist der 10. Tevet mittlerweile ein Gedenktag an alle Opfer der Shoah.

Da es nur ein „kleiner Fastentag“ ist, isst man nur von der Morgendämmerung bis zum Einbruch der Dunkelheit nichts, was keine große Einbuße ist, da die Tage im Winter relativ kurz sind.

תפוח אדמה

Tapuach adama – Erdapfel, Kartoffel

Gestern wurden bereits vier der acht Kerzen der Chanukkia entzündet, also ist bereits die Hälfte der Festtage erreicht.

Da man traditionell in Öl ausgebackenes isst, hier mein persönliche Rezept für Latkes – Reibekuchen auf der Basis von Kartoffeln:

Zutaten

  • 1 Kilo Kartoffeln, eher mehligkochend
  • 3 Eier
  • 500g Karotten, optional
  • 1 Esslöffel Weizenmehl
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Öl (geschmacksneutral)

Zubereitung

Zuerst die Kartoffeln und Möhren reiben und den Saft auspressen, so dass das Gemisch schön trocken ist, wenn es in die Pfanne kommt.

Dann die restlichen Zutaten hinzugeben und gut vermengen.

Jetzt reichlich Öl in der Pfanne erhitzen,
kleine flache Küchlein formen und ausbacken bis sie schön golden und knusprig sind.

Dazu reicht man wahlweise Apfelmus, herzhaften Quark oder ist sie pur mit Zucker.

Variationen

Man kann auch eine gehackte Zwiebel oder Kräuter hinzugeben, um die Latkes noch herzhafter zu machen. Auch eine Variante ganz ohne Kartoffeln ist möglich, in dem man sie zum Beispiel durch Zucchini ersetzt.

החורף

haChoreph – Winter

Der Winter hat begonnen, überall liegt schon Schnee und es wird bereits vor 16 Uhr wieder dunkel. Überall sieht man schon Weihnachtsschmuck, es gibt Glühweinstände und in den Wohnungen werden jeden Sonntag Adventskerzen angezündet.

Doch auf für uns begann Mitte November, genau am 15., der Monat Kislew. Dieser wird dann am 25. Kislew (dem 8. 12) durch das Lichterfest Chanukka gekrönt.

Acht Tage lang werden wir dann jeden Abend eine Kerze mehr auf der Chanukkia entzünden, dazu Latkes, Sufganiot oder andere fettige Speisen essen.

Wie ich immer sage: Die Parallelen zu Weihnachten sind da, aber Chanukka basiert auf einer historischen Begebenheit die 164 Jahre vor der Geburt des christlichen Messias stattfand und ist eine Feier über den Sieg der Makkabäer gegen die Hellenen und ein Fest zur Wiedereinweihung des Zweiten Tempels zu Jerusalem.

Man könnte natürlich auch sagen, Chanukka ist auch ein Fest der Wiedergeburt jüdischen Lebens in Jerusalem, was Jahrzehnte durch die Griechen unterdrückt wurde.

Und das Wort Chanukka selbst bedeutet auch Weihe.

עוף

Of – Huhn

Heute mal was mit Fleisch. Zumindestens Geflügel.

Chicken Wings gibts ja in vielen Variationen, ob nun von KFC (übrigens nicht kosher), aus dem Supermarkt oder selbstgemacht – es handelt sich hierbei oft um Essen für Party, insbesondere solche, in denen Kinder involviert sind.

Folgendes Rezept für 20 Stück ist mal aus einer Laune heraus entstanden und wurde ein wenig optimiert im Laufe der Zeit.

Zutaten

Für die Glasur

* 3 EL Erdnussbutter (fein)

* 3 EL Erdbeer-Marmelade

* 2 EL Sojasauce

* 2 EL Fischsauce

* 1-2 EL Chilipaste (je nach gewünschter Schärfe)

* 1 TL grobes Salz

* 5 EL Öl, z.B. Oliven oder Sesamöl

* 5 EL Essig, zb. Balsamico, Reisweinessig oÄ

Für die Panade

* Kartoffelbrei-Pulver, hierbei darauf achten, dass es ohne Milch o. Butter ist

* Pfeffer, Salz, Paprika, andere Gewürze

Zubereitung

Zuerst den Backofen auf 220°C vorheizen, dann die Chicken Wings mit einem Küchtentuch abtupfen, so dass sie richtig trocken sind. und mit ein wenig Salz, Pfeffer, Paprika oder anderen Gewürzen bestreuen.

Anschließend in der Kartoffelbrei-Panade wälzen bis sie rundherum davon bedeckt sind und für 50 Minuten in den mittlere Schiene des Backofens auf Backpapier geben. Nach 25 wenden, falls sie an der Oberseite schon knusprig sind.

Danach die Zutaten für die Glasur vermengen

Sobald die Hühnerbeine goldbraun und knusprig sind, diese aus dem Ofen heraus nehmen und mit der Glasuer bestreichen, anschließend nochmals für 10 Minuten bei gleicher Hitze fertig backen.

P.S.: Man kann im Übrigen auch andere Geflügelteile oder gleich das ganze Huhn so zubereiten, aber dann sollte man die Mengen und die Garzeit anpassen.

עדשה

Adascha – Linse

Pessach ist vorbei und da es noch nicht warm genug ist, wird es Zeit für eine schöne Linsensuppe.

Schon Edom (Esau) aus der Tora wusste um den Nährwert fachgerecht zubereiteter Linsen und verkaufte so sein Erstgeborenenrecht auf Haus und Hof des Vaters an seinen jüngeren Bruder Jakob.

Linsen selbst waren schon immer eine wichtige Proteinquelle für Leute, die freiwillig oder unfreiwillig auf tierische Nahrung verzichten, liefern zusätzlich viel Zink, andere wichtige Spurenelemente und Vitamine.

Nun aber zum Rezept.

Zutaten

* 5 EL Olivenöl

* 500g rote Linsen (es geht aber auch jede andere Linsensorte)

* 125 g feine Perlgraupen (Gerste)

* 1 Staudensellerie

* 2 große Zwiebeln

* 5 Zehen Knoblauch

* 150g Möhren

* 1 Esslöffel frisch gemahlener Kreuzkümmel

* 5 Stängel Korianderkraut, notfalls auch 1 EL gemahlener Koriander

* 2l Gemüse- oder Hühnerbrühe

Zubereitung

Zuerst die Zwiebeln und den Knoblauch kleinschneiden und mit Olivenöl anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Dann die in Würfel geschnittenen Möhren dazugeben und den Staudensellerie kleinschneiden.

Wenn die Möhren ein wenig Farbe bekommen haben, den Sellerie dazu und nach fünf Minuten die Linsen mit den Perlgraupen zusammen hinein, für zwei Minuten anrösten lassen und dann mit der Brühe übergießen, bis Alles ausreichend bedeckt ist.

Anschließend vom Korianderkraut die Stängel ohne die Blätter kleinhacken und in die Suppe geben.

Jetzt auf eine niedrige Stufe stellen und solange kochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ich persönlich mag es schon ein wenig breiartig, aber es darf auch ruhig mehr Flüssigkeit dazugeben werden.

Ganz zum Schluss gibt man die gehackten Korianderblätter in die Suppe und serviert diese.

Ergänzungen

Man kann die Suppe natürlich noch erweitern, Gewürze hinzufügen wie Pfeffer, Salz, Chili, Essig, Kokosmilch usw.

Auch Fleisch, insbesondere Lamm, passt wunderbar. Ich mags jedoch manchmal sehr „basic“.