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חמץ

Chametz – Sauerteig

Gesäuertes

Chametz

Nun ist es vollbracht. Ich habe mich jeglichen Chametz, das heißt aller Getreideprodukte in meiner Wohnung entledigt und Pessach kann bald beginnen.

Chametz bezeichnet alles Getreide, dessen Verzehr zu Pessach verboten ist, also Weizen, Hafer, Roggen, Gerste und Dinkel, aber eben auch deren Produkte wie Brot, Kuchen, Kekse, Mehl und auch Bier, Whisky oder Malzkaffee.

Ebenfalls verboten für Aschkenasim (Juden Ost- und Mitteleuropas) ist auch nach Ansicht vieler Rabbiner der Verzehr von sogenannten Kitnijot, wie  Reis, Sesam, Senf, Sonnenblumenkerne und Mais, aber auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen. Diese dürfen jedoch im Haushalt bleiben.

Doch bevor dann das Fest der ungesäuerten Brote, den Mazzen, beginnt, werden alle Erstgeborenen, also auch ich, in Erinnerung an die Letzte der  zehn Plagen, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang fasten.

Interessanterweise fällt dieses Jahr der christliche Karfreitag, ebenfalls ein Fastentag, genau mit dem Ta’annit Bechorot (Fasten der Erstgeborenen) zusammen, so das man mal wieder die Paralellen beider Religionen sieht, den es heißt ja das Jesus an Beginn von Pessach gestorben sei und das christliche Fasten findet eben genau aus jenem Grund statt.

Was für uns Juden aber auch noch relevant ist, dass dieses Jahr der erste Sederabend, an dem wir in einem langen Ritual das Pessachfest feiern, direkt nach Ausgang des Shabbat stattfindet. Das heißt, wenn man ganz traditionell feiert, kann es bis in den Morgen des kommenden Sonntags dauern ehe man den letzten der vier Becher Wein getrunken hat.

Ich für meinen Teil habe im Grunde alles parat dafür, nämlich die sechs Speisen für den Sederteller: Charosset, Maror – Bitterkraut, Seroa – eine gebratene Lammkeule, Karpass – eine Erdfrucht, Chaseret – ebenfalls Bitterkraut und Beitzah – gekochtes Ei. Außerdem noch natürlich Matzen und Wein.

Da heute, am Tag vor Pessach, Küchenarbeit auch nicht verboten ist, werde ich bis  vor Beginn des Shabbat dann auch die kleine Lammkeule in den Ofen schieben und schön bis Samstagabend bei niedriger Temperatur schmoren lassen.

So denn, ich wünsche Chag Pessach sameach – ein frohes Pessachfest!

Weitere Infos auch unter:

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12639